Informationen zum Unternehmen
Name Volkswagen AG
ISIN DE0007664039
DE0007664005
Website http://www.volkswagen.de/de.html
Konflikte
Kurzbeschreibung Volkswagen ist einer der größten Automobilhersteller weltweit.
Top-Emittent von Treibhausgasen

Volkswagen AG ist einer der größten Emittenten von Treibhausgasen weltweit. Nach den Daten der Climate Action 100+ Initiative bzw. der Transition Pathway Initiative (TPI) hat das Unternehmen aber keine angemessenen Ziele zur Reduktion seiner Treibhausgasemissionen ausgearbeitet. Unter Berücksichtigung der für das Unternehmen relevanten Emissionen (Scope 1, 2 und/oder 3) hat die TPI berechnet, dass weder die kurz- (bis 2025) noch die mittelfristigen Reduktionsziele (2026-2035) des Unternehmens an dem Pariser Ziel ausgerichtet sind, die Erderhitzung auf maximal 1,5° Celsius zu begrenzen.
Climate Action 100+ ist ein Zusammenschluss von Investoren, die gemeinsam auf Unternehmen einwirken wollen, dass diese bis 2050 'net-zero' Emissionen erreichen. Die Investoren konzentrieren sich auf derzeit 171 Unternehmen aus verschiedenen Industriesektoren. Die Unternehmen wurden ausgewählt, weil sie zusammen mehr als 80% der industriellen Emissionen weltweit verursachen und daher besonders bedeutsam für den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft und der Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sind.
Climate Action 100+ (Stand: Oktober 2023)

mangelnde Transparenz zu Reaktionen bei Vorwürfen von Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen

Die Corporate Human Rights Benchmark (CHRB) listet sechs schwerwiegende Vorwürfe von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen auf, die Volkswagen angelastet wurden. Die CHRB hat die öffentlich kommunizierten Reaktionen von Volkswagen auf diese sechs Vorwürfe geprüft und bewertet. Für vier dieser Vorwürfe hat Volkswagen öffentlich weder Belege vorgelegt, dass es den jeweiligen Vorfall untersucht und angemessene Maßnahmen ergriffen hat, noch dass es mit den betroffenen Interessengruppen zusammengearbeitet hat, um Abhilfe zu schaffen oder daran mitzuwirken. Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) schreiben Unternehmen jedoch die Verantwortung zu, Menschenrechte zu respektieren. Von den Unternehmen wird erwartet, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen, um negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Menschenrechte zu vermeiden, zu verringern oder auszugleichen. Eine öffentliche und transparente Kommunikation über diese Prozesse ist dafür ein wichtiger Schritt.

Im Einzelnen fehlten öffentlich zugängliche Belege dafür, dass Volkswagen mit den betroffenen Stakeholdern in Kontakt getreten ist, um die Ursache für die benannten negativen Auswirkungen zu ermitteln, noch dass es seine Managementstrukturen verbessert hat, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern (E2), noch dass es den betroffenen Stakeholdern Abhilfemaßnahmen angeboten und bereitgestellt hat, die dann als zufriedenstellend akzeptiert wurden (E3). Volkswagen erhält daher keine Punkte für die Indikatoren E2 und E3 (von zwei möglichen Punkten).

Die vier schwerwiegenden Vorwürfe betrafen laut der CHRB:
Vereinigungsfreiheit, Kollektivverhandlungen / Ukraine: Volkswagen wurde vorgeworfen, elektronisches Equipment aus der Fujikura Fabrik in Pidryasne (Ukraine) zu beziehen, die Menschenrechtsverletzungen begangen und die Mitarbeiter*innen an der gewerkschaftlichen Organisierung behindert hat.
Vereinigungsfreiheit, Kollektivverhandlungen / USA: Volkswagen wurde vorgeworfen, in seiner Fabrik in Chattanooga, USA, die Mitarbeiter*innen an der gewerkschaftlichen Organisierung behindert zu haben.
Zwangsarbeit / China: Volkswagen gehört zu den Unternehmen, denen vorgeworfen wurde, Zulieferer zu nutzen, die mit Zwangsarbeit in China in Verbindung gebracht werden.
Vereinigungsfreiheit, Kollektivverhandlungen / Afrika: Volkswagen wurde vorgeworfen, in seiner Fabrik in Port Elizabeth, Südafrika, Gewerkschafter entlassen zu haben, um die gewerkschaftliche Organisierung seiner Mitarbeiter*innen zu behindern.
Liste der Unternehmen der Corporate Human Rights Benchmark (Stand: Januar 2023)

Waffenexporte an kriegführende Staaten

Darüber hinaus ist die Volkswagen Group im Lieferzeitraum 2016-2021 direkt oder über Tochtergesellschaften an Rüstungsexporten an folgende Konfliktstaaten beteiligt:

Indien (beteiligt an Konflikten oder Kriegen in Pakistan und Indien): Dieselmotoren
Nigeria (innerstaatlich): Dieselmotoren
Pakistan (beteiligt an Konflikten oder Kriegen in Indien und Pakistan): Dieselmotoren
Südafrika (innerstaatlich): militärische Komponenten
Türkei (beteiligt an Konflikten oder Kriegen in Aserbaidschan, Libyen, Syrien und der Türkei): Dieselmotoren
Vereinigte Arabische Emirate (beteiligt an Konflikten oder Kriegen in Libyen und Jemen): Dieselmotoren

Darüber hinaus ist Volkswagen Group an folgenden Joint Ventures oder Konsortien beteiligt:

Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (bestehend aus: Rheinmetall und MAN Truck & Bus SE):
Kuwait (beteiligt an Konflikten oder Kriegen in Jemen): gepanzerte Fahrzeuge

Daten aus dem Projekt 'Arms Exporters Exit List' von Facing Finance; Veröffentlichung im Frühjahr 2023
Arms Exporters Exit List (Exitarms) von Facing Finance (Stand: April 2023)

Anzahl laufender Anleihen 14
Anzahl beinhaltender Fonds 186

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