Informationen zum Unternehmen
Name Volkswagen AG
ISIN DE0007664039
DE0007664005
Website http://www.volkswagen.de/de.html
Konflikte
Erläuterung

Volkswagen ist einer der größten Automobilhersteller weltweit.

VW gehört zu den größten Emittenten von Treibhausgasen, wie die Climate Action 100+ festgestellt hat. Die Initiative 'Climate Action 100+' ist ein Zusammenschluss von Investoren, die gemeinsam auf Unternehmen einwirken wollen, dass diese bis 2050 'net-zero' Emissionen erreichen. Die Investoren konzentrieren sich auf derzeit 166 Unternehmen aus 6 Sektoren. Die Unternehmen wurden ausgewählt, weil sie zusammen mehr als 80% der industriellen Emissionen weltweit verursachen und daher besonders bedeutsam für den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft und der Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sind. Nach den Daten der CA100+ Initiative lösen die kurzfristigen Reduktionsziele von VW bis 2025 das Pariser Klimaabkommen und das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, aber nicht ein. Dies ist jedoch notwendig, denn, wie der IPCC-Bericht von 2022 festhält: 'Die Welt blickt mehreren unausweichlichen Klimakatastrophen in den nächsten zwei Dekaden entgegen, auch wenn sich die Erde nur um 1,5 Grad C (2.7 Grad F) erwärmt. Selbst zeitweise Überschreitungen werden weitere katastrophale Folgen haben.' Jede einzelne Tonne weiterer Emissionen trägt zum Klimawandel bei, und deshalb müssen auch Unternehmen wie VW jetzt ihren Teil dazu beitragen. 

Darüber hinaus ist die Volkswagen Group im Lieferzeitraum 2015-2020 direkt oder über Tochtergesellschaften an Rüstungsexporten an folgende Konfliktstaaten beteiligt:

Indien (beteiligt an Konflikten oder Kriegen in Pakistan): Dieselmotoren

Vereinigte Arabische Emirate (beteiligt an Konflikten oder Kriegen in Libyen und Jemen): Dieselmotoren

Daten aus dem Projekt 'Arms Exporters Exit List' von Facing Finance und urgewald; Veröffentlichung im Frühjahr 2022

Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette (DRK): Amnesty International veröffentlichte 2017 einen Bericht über den Kobaltabbau als einem Schlüsselelement von Batterien für E-Autos in der Demokratischen Republik Kongo, die mehr als 50% der globalen Bedarfes deckt. Der Abbau von Kobalt in der DRK erfolge unter gefahrvollen Bedingungen und dem Einsatz von informeller und/oder Kinderarbeit. Volkswagen - und eine Reihe weiterer Elektrofahrzeughersteller - verfolgten mangelhafte Strategien und Praktiken, um Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette zu verhindern. Die CHRB vergibt für den Indikator E.3 in diesem Fall lediglich 0,5 Punkte an VW, da zwar die Managementsysteme überprüft wurden, um Menschenrechtsverletzungen einzudämmen, das Unternehmen sich aber nicht direkt mit den betroffenen Menschen auseinandersetzte und ihnen keine Kompensationen gewährte.

Verbindung zur Diktatur in Brasilien zwischen 1964-1985: Dokumente, die 2014 aufgedeckt wurden, legen nahe, dass Volkswagen der Diktatur in Brasilien die Namen, Wohnadressen und weitere sensible Informationen über Gewerkschaftsaktivisten, die in den 80er Jahren in den brasilianischen Werkstätten von VW beschäftigt waren, überließ. Nachdem die Namen auf schwarzen Listen des Regimes aufgenommen worden waren, wurden einige dieser Arbeiter in der Folge entlassen, verhaftet oder bedroht. In einer Zivilklage wurde VW vorgeworfen, dass einige Arbeiter auf dem Werksgelände gefoltert worden seien. 2020 einigte sich VW mit der Staatsanwaltschaft auf Hilfszahlungen an die Arbeiter, sah in diesen Zahlungen aber keine Kompensation für seine Zusammenarbeit mit dem Regime. Die CHRB vergibt 0,5 Punkte an VW hinsichtlich des Indikators E.3, da sich VW nicht direkt mit den betroffenen Menschen auseinandersetzte und die geleisteten Entschädigungszahlungen für die Betroffenen nicht zufriedenstellend waren.

Verweigerung üblicher Arbeitnehmerrechte (USA): 2019 setzte die Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL eine globale Vereinbarung mit Volkswagen vor dem Hintergrund aus, dass VW den Arbeiter*innen in den Werken in den USA nicht dieselbe Rechte gewähre wie in anderen Ländern. VW verweigere die Tarifverhandlungen mit den Arbeiter*innen, die der US-Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) beigetreten seien, selbst dann noch, nachdem die US-Regierung das Unternehmen zur Aufnahme von Verhandlungen aufgefordert hatte. Darüber hinaus werde gewerkschaftsfeindliche Propaganda seitens VW eingesetzt (potentieller Niedergang des Unternehmens bei Gewerkschaftsgründung und somit Verlust an Arbeitsplätzen), um eine im Jahre 2019 stattgefundene Abstimmung zur Gewerkschaftsgründung zum Vorteil des Automobilherstellers zu wenden. Die CHRB vergibt in diesem Fall 0 Punkte an VW hinsichtlich des Indikators E.3, da das Unternehmen in keiner Hinsicht auf diese Vorwürfe reagiert habe.

Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette (Ukraine): In einem Werk des Elektro-Zulieferers Fujikura in der ukrainischen Region Lwiw, das elektrische Ausrüstung für die Fahrzeuge von VW produziert, sind seit der Eröffnung 2016 offenbar merhmals Arbeitsrechte verletzt worden. So fehlten eine angemessene medizinischen Versorgung, technische Pausen und eine feste Mittagspause. Die Produktionsnormen seien überschritten worden, es herrschten unhygienische Bedingungen und eine zu hohe Raumtemperatur. Es gebe eine undurchsichtige Lohnabrechnung und eine geschlossene Buchhaltung, außerdem habe es Fälle von sexueller Belästigung gegeben. Des Weiteren seien die verantwortlichen Arbeiter*innen bei einem Versuch eine Gewerkschaft zu gründen kurzerhand entlassen worden. Die CHRB vergibt in diesem Fall 0 Punkte an VW für den Indikator E.3 Indikator, da in keiner Hinsicht auf die Vorwürfe reagiert wurde.

Quellen Climate Action 100+
IPCC Presseerklärung, 28. Februar 2022
Arms Exporters Exit List
Liste der Unternehmen der Corporate Human Rights Benchmark (Stand: April 2022)
Anzahl laufender Anleihen 8
Anzahl beinhaltender Fonds 282
Fonds, die Aktien oder Anleihen des Unternehmens halten
ISIN des Fonds Name Bemerkung Gesamthöhe kontroverser Unternehmensbeteiligungen Höhe der Beteiligung in Volkswagen AG
AT0000820139 Raiffeisen-MegaTrends-Aktien (R) A ESG-Fonds (lt. Lipper)
16.24%
1.71%
DE0002635273 iShares DivDAX® (DE)
28%
6%
DE0002635281 iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF DE
16.11%
1.83%
DE0002635307 iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)
24.84%
0.28%
DE0005314231 BBBank Kontinuitaet Union
8.41%
0.49%
DE0005314249 BBBank Wachstum Union
14.39%
1.23%
DE0005314462 UniRak -net-
17.43%
1.11%
DE0005896815 DekaFutur-Ertrag
7.81%
0.31%
DE0005896823 DekaFutur-Wachstum
15.9%
0.59%
DE0005896831 DekaFutur-Chance
26.68%
1.01%