Informationen zum Unternehmen
Name Holcim Ltd
ISIN CH0012214059
US50586V1089
MA0000012320
Website https://www.holcim.com
Konflikte
Erläuterung

Holcim Ltd (ehemals: Lafarge Holcim) ist eine Holdinggesellschaft, die in der Baustoffindustrie tätig ist. Zu den Produkten zählen u.a. Zement-, Beton und Aggregatsprodukte. 

Holcim gehört zu den größten Emittenten von Treibhausgasen, wie die Climate Action 100+ festgestellt hat. Die Initiative 'Climate Action 100+' ist ein Zusammenschluss von Investoren, die gemeinsam auf Unternehmen einwirken wollen, dass diese bis 2050 'net-zero' Emissionen erreichen. Die Investoren konzentrieren sich auf derzeit 166 Unternehmen aus 6 Sektoren. Die Unternehmen wurden ausgewählt, weil sie zusammen mehr als 80% der industriellen Emissionen weltweit verursachen und daher besonders bedeutsam für den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft und der Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sind. Nach den Daten der CA100+ Initiative lösen die kurzfristigen Reduktionsziele von Holcim bis 2025 das Pariser Klimaabkommen und das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, aber nicht ein. Dies ist jedoch notwendig, denn, wie der IPCC-Bericht von 2022 festhält: `Die Welt blickt mehreren unausweichlichen Klimakatastrophen in den nächsten zwei Dekaden entgegen, auch wenn sich die Erde nur um 1,5 Grad C (2.7 Grad F) erwärmt. Selbst zeitweise Überschreitungen werden weitere katastrophale Folgen haben.´ Jede einzelne Tonne weiterer Emissionen trägt zum Klimawandel bei, und deshalb müssen auch Unternehmen wie Holcim jetzt ihren Teil dazu beitragen. 

Menschenrechtsverletzungen (Syrien): Dem Unternehmen wird Mittäterschaft an Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Finanzierung des IS in Syrien vorgeworfen. In diesem Zusammenhang wurden vor einem französischen Gericht im Jahr 2018 acht ehemalige Führungskräfte, darunter der ehemalige Vorstandsvorsitzende Bruno Lafont, angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen 2011 und 2015 den IS unterstützt und finanziert zu haben, indem sie z.B. über Vermittler IS-kontrollierte Rohstoffe wie Öl einkauften. Ferner sei die Sicherheit der lokalen Arbeitskräfte gefährdet gewesen, da die Beschäftigten auch im Falle schwerer Kämpfe zwischen den Kriegsparteien weiterarbeiten mussten, obschon das Unternehmen keine angemessenen und vorbeugenden Maßnahmen zum Schutz seiner Beschäftigten getroffen habe. Im Falle der Weigerung zur Arbeit wurden die Arbeiter*innen mit Sanktionen oder der Aussetzung ihrer Löhne bedroht. Mindestens ein Mitarbeiter wurde entlassen. In diesem Fall hat die CHRB den Umgang des Unternehmens mit 0,5 Punkte gemäß dem Indikator E(.)3 bewertet, da zwar die Managementsysteme zur Prävention ähnlicher Fälle in Zukunft geändert wurden, es aber nicht bekannt ist, ob das Unternehmen die betroffenen ArbeiterInnen in irgendeiner Form entschädigt hat, bzw. ob überhaupt Kontakt aufgenommen wurde.

Menschenrechtsverletzung (Uganda): Dem Unternehmen wird vorgeworfen, dass es Kinderarbeit innerhalb seiner Tochtergesellschaft Hima Cement in Uganda geduldet habe. Rund 150 Kinder und Jugendliche wurden als billige Arbeitskräfte in einem Bergwerk eingesetzt. Das Unternehmen habe eine Entschädigung der mutmaßlichen Opfer mutwillig hinausgezögert. Für den Umgang mit den Vorwürfen hat das Unternehmen eine Punktzahl von 0 Punkten gemäß dem Indikator E(.)3 erhalten. Das Unternehmen streite die Vorwürfe ab, hat aber Untersuchungen eingeleitet um Kinderarbeit in der Lieferkette zu identifizieren und abzuschaffen.

Umweltzerstörung (Indonesien): Lafarge Cement Indonesia (einem Tochterunternehmen von Holcim) wird vorgeworfen, dass ein Lastkahn, welcher das Zementwerk des Unternehmens mit Kohle belieferte, im Jahr 2018 rund 7000 Tonnen Kohle an der Küste Nordsumatras 'abgekippt' habe. Durch die in der Umwelt zurückgelassene Kohle wurden Korallen beschädigt und Meerestiere getötet, was die Lebensgrundlage der ansässigen Gemeinde zerstörte und gleichzeitig den lokalen Tourismus beeinträchtigte. Da das Unternehmen sich geweigert habe, hierfür die Verantwortung zu übernehmen, drängten Umweltexperten dazu, das Unternehmen diesbezüglich zu verklagen. Gemäß des Indikatoren E(.)3 erhält das Unternehmen 0 Punkte in Bezug auf den Umgang mit den Vorwürfen, da das Unternehmen die Anschuldigungen abstreitet und daher auch kein Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen wurde.

Unterdrückung von Gewerkschaftsaktivitäten (Mexiko): Holcims Tochterunternehmen Apasco wird vorgeworfen, im April 2019 sechs Minenarbeiter entlassen zu haben, da diese sich der Los Mineros Gewerkschaft angeschlossen haben sollen. Dieser Vorfall geschah in dieser Weise schon einmal 2017, als auch schon mal sechs Arbeiter entlassen wurden. Das Unternehmen rechtfertigte die Entlassungen mit Fehlverhalten der Betroffenen und Umstrukturierungsmaßnahmen. Auch hier erhält das Unternehmen gem. dem Indikator E(.)3 eine Punktzahl von 0, da es die Vorwürfe abstreitet und auch die Unternehmenspraxis nicht nachweislich ändern möchte.

Quellen Climate Action 100+
IPCC Presseerklärung, 28. Februar 2022
Corporate Human Rights Benchmark 2019
Anzahl laufender Anleihen 5
Anzahl beinhaltender Fonds 125
Fonds, die Aktien oder Anleihen des Unternehmens halten
ISIN des Fonds Name Bemerkung Gesamthöhe kontroverser Unternehmensbeteiligungen Höhe der Beteiligung in Holcim Ltd
DE0002635299 iShares STOXX Europe Select Dividend 30 (DE)
30.46%
3.11%
DE0002635307 iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)
24.84%
0.25%
DE0005314462 UniRak -net-
17.43%
0.03%
DE0005320097 LINGOHR-EUROPA-SYSTEMATIC-INVEST
20.08%
1.66%
DE0005424519 Deka-BR 100
26.76%
0.33%
DE0005424527 Deka-BR 85
22.55%
0.26%
DE0005424543 Deka-BR 75
23.31%
0.27%
DE0005424550 Deka-BR 55
17.62%
0.18%
DE0005424576 Deka-BR 35
9.45%
0.1%
DE0005424584 Deka-BR 20
5.17%
0.07%