Informationen zum Unternehmen
Name Ecopetrol S.A.
ISIN COC04PA00016
US2791581091
Website https://www.ecopetrol.com.co/wps/portal/es
Konflikte
Kurzbeschreibung Ecopetrol SA ist ein Unternehmen aus Kolumbien, das in der Öl- und Gasförderung aktiv ist.
Klimakiller Öl und Gas

2021 betrug die Förderleistung 240,5 Millionen Barrel Ölequivalent (=mmboe). Die Öl- und Gasproduktion stammt zu 52% aus unkonventionellen Quellen, d.h. das Öl bzw. Gas wird beispielsweise durch Fracking, aus Teersanden oder in der Arktis gefördert. Es wiegt besonders schwer, dass Ecopetrol SA in den nächsten Jahren 466,8 Millionen Barrel Öläquivalent (mmboe) an neuen Öl- und Gasressourcen erschließen will. 69% dieser zusätzlichen fossilen Ressourcen übersteigen das NZE-Szenario der Internationalen Energiebehörde (IEA) und sind mit dem Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad C zu begrenzen, in keiner Weise vereinbar. Das Unternehmen hat in den Jahren 2020 bis 2022 durchschnittlich 362,4 Mio. USD jährlich in Explorationsvorhaben für neue Öl- und Gasressourcen investiert.
Alle Daten laut der urgewald Global Oil & Gas Exit List (GOGEL, Stand: November 2022).
Global Oil and Gas Exit List (GOGEL) von urgewald (Stand: November 2022)

Top-Emittent von Treibhausgasen

Ecopetrol S.A. ist einer der größten Emittenten von Treibhausgasen, hat aber nach den Daten der Climate Action 100+ Initiative keine bzw. nicht ausreichende kurzfristige Reduktionsziele für die Emissionen ausgearbeitet. Climate Action 100+ ist ein Zusammenschluss von Investoren, die gemeinsam auf Unternehmen einwirken wollen, dass diese bis 2050 'net-zero' Emissionen erreichen. Die Investoren konzentrieren sich auf derzeit 166 Unternehmen aus verschiedenen Industriesektoren. Die Unternehmen wurden ausgewählt, weil sie zusammen mehr als 80% der industriellen Emissionen weltweit verursachen und daher besonders bedeutsam für den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft und der Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sind. Besonders wichtig ist dafür die kurzfristige Reduktion von Emissionen bis 2025. Dies ist jedoch notwendig, denn, wie der IPCC-Bericht von 2022 festhält: 'Die Welt blickt mehreren unausweichlichen Klimakatastrophen in den nächsten zwei Dekaden entgegen, auch wenn sich die Erde nur um 1,5 Grad C (2.7 Grad F) erwärmt. Selbst zeitweise Überschreitungen werden weitere katastrophale Folgen haben.'
Climate Action 100+
IPCC Presseerklärung, 28. Februar 2022

Missachtung von Menschen- und Arbeitsrechten

Gegen Ecopetrol wird außerdem seit 2018 juristisch wegen der Ölkatastrophe in Santander, Kolumbien, vorgegangen, die zu schweren Umweltschäden führte und zahlreiche Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubte. Nach Angaben der kolumbianischen Behörden lief aus dem Bohrloch Lisama 158, das wegen geringer Produktion stillgelegt werden sollte, über einen Zeitraum von drei Wochen Rohöl in eine Schlucht aus. Berichten zufolge wurden dabei mehr als 2.400 Tiere getötet und mehr als 1.000 Bäume geschädigt. Hunderte von Anwohner*innen wurden evakuiert. Das Leck hat auch die Lebensgrundlage der Fischergemeinden entlang der Flüsse Liazma und Sogamoso zerstört. Anwohner*innen berichten von gesundheitlichen Problemen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen. Dem Unternehmen wird v.a. vorgeworfen, dass die Aufräumarbeiten ineffektiv waren und es bewusst Informationen bezüglich der Schwere der zu erwartenden Schäden zurückbehielt. Die CHBR vergibt eine Punktzahl von 0 Punkten in Bezug auf den Umgang von Ecopetrol mit den Vorwürfen gem. dem Indikator E(.)3. Ecopetrol hat keine Entschädigungszahlungen an die Betroffenen geleistet, noch in einer anderen Art Verantwortung übernommen. Auch wurden die Managementsysteme nicht angepasst um künftige Katastrophen dieser Art zu verhindern.

Menschenrechtsverletzung und Unterdrückung von Gewerkschaftsaktivitäten (Kolumbien): Die kolumbianische Gewerkschaftlerin Dibeth Quintana wurde 2019 entführt und gefoltert. Ihre Gewerkschaft USO, die größte kolumbianische Gewerkschaft für Angestellte in der Ölindustrie, macht die Polizei und staatliche Sicherheitsdienste verantwortlich, die mit Ecopetrol als staatseigenem Unternehmen ein Motiv hätten. Auch war die USO in den letzten Jahren des öfteren Ziel staatlicher Repressionen und Gewalt. Ecopetrol hat nicht öffentlich auf die Vorwürfe reagiert und erhält daher 0 Punkte von der CHBR gem. dem Indikator E(.)3, welcher den Umgang mit den Vorwürfen bewertet.
Liste der Unternehmen der Corporate Human Rights Benchmark (Stand: April 2022)

Anzahl laufender Anleihen 11
Anzahl beinhaltender Fonds 79
Fonds, die Aktien oder Anleihen des Unternehmens halten
ISIN des Fonds Name Bemerkung Gesamthöhe kontroverser Unternehmensbeteiligungen Höhe der Beteiligung in Ecopetrol S.A.
AT0000A05HQ5 ERSTE BOND EMERGING MARKETS CORPORATE R01 A
7.12%
1.09%
DE0005896864 Deka-Stiftungen Balance FairFinanceGuide, ESG-Fonds (lt. Lipper)
8.24%
0.21%
DE0008479213 Multirent-INVEST FairFinanceGuide
7.5%
0.66%
DE0009757732 UniInstitutional EM Bonds Spezial
3.34%
0.26%
DE0009771980 Deka-EuropaBond TF FairFinanceGuide
1.86%
0.37%
DE000A0J33B0 WI Sustainable Emerging Markets Bonds FNG-Siegelfonds, ESG-Fonds (lt. Lipper)
10.48%
1.5%
DE000A1C81M9 UniInstitutional Laufzeitfonds 2024
13.51%
1.15%
DE000A2DMVJ0 UniInstitutional Global Corporate Bonds+ ESG-Fonds (lt. Lipper)
12.52%
0.29%
DE000A2N7V14 UniInstitutional Global Corporate Bonds L
22.95%
0.07%
DE000DK0LM41 Deka-Institutionell RentSpezial EM 9/2025 FairFinanceGuide
12.05%
1.27%