Informationen zum Unternehmen
Name Ecopetrol S.A.
ISIN COC04PA00016
US2791581091
Website https://www.ecopetrol.com.co/wps/portal/es
Konflikte
Erläuterung

Ecopetrol ist ein teilprivatisierter kolumbianischer Öl- und Gaskonzern. Es ist in den Bereichen Exploration, Produktion, Raffination und Transport von Öl und Gas sowie Petrochemie und Biokraftstoffe tätig.

2020 betrug die Förderleistung 249 Millionen Barrel Öläquivalent (=mmboe). Die Öl- und Gasproduktion stammt zu 52% aus unkonventionellen Quellen, d.h. das Öl bzw. Gas wird beispielsweise durch Fracking, aus Teersanden oder in der Arktis gefördert. Darüber hinaus will das Unternehmen in den nächsten Jahren 282 Millionen Barrel Öläquivalent (mmboe) an neuen Öl- und Gasressourcen erschließen. Außerdem hat das Unternehmen 2019 bis 2021 durchschnittlich 334 Mio. USD jährlich in Explorationsvorhaben für neue Öl- und Gasressourcen investiert.

Alle Daten zu Öl und Gas laut der urgewald Global Oil & Gas Exit List (GOGEL, Stand: November 2021).

Ecopetrol gehört zu den größten Emittenten von Treibhausgasen, wie die Climate Action 100+ festgestellt hat. Die Initiative 'Climate Action 100+' ist ein Zusammenschluss von Investoren, die gemeinsam auf Unternehmen einwirken wollen, dass diese bis 2050 'net-zero' Emissionen erreichen. Die Investoren konzentrieren sich auf derzeit 166 Unternehmen aus 6 Sektoren. Die Unternehmen wurden ausgewählt, weil sie zusammen mehr als 80% der industriellen Emissionen weltweit verursachen und daher besonders bedeutsam für den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft und der Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sind. Nach den Daten der CA100+ Initiative lösen die kurzfristigen Reduktionsziele von Ecopetrol bis 2025 das Pariser Klimaabkommen und das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, aber nicht ein. Dies ist jedoch notwendig, denn, wie der IPCC-Bericht von 2022 festhält: `Die Welt blickt mehreren unausweichlichen Klimakatastrophen in den nächsten zwei Dekaden entgegen, auch wenn sich die Erde nur um 1,5 Grad C (2.7 Grad F) erwärmt. Selbst zeitweise Überschreitungen werden weitere katastrophale Folgen haben.´ Jede einzelne Tonne weiterer Emissionen trägt zum Klimawandel bei, und deshalb müssen auch Unternehmen wie Ecopetrol jetzt ihren Teil dazu beitragen. 

Gegen Ecopetrol wird außerdem seit 2018 juristisch wegen der Ölkatastrophe in Santander, Kolumbien, vorgegangen, die zu schweren Umweltschäden führte und zahlreiche Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubte. Nach Angaben der kolumbianischen Behörden lief aus dem Bohrloch Lisama 158, das wegen geringer Produktion stillgelegt werden sollte, über einen Zeitraum von drei Wochen Rohöl in eine Schlucht aus. Berichten zufolge wurden dabei mehr als 2.400 Tiere getötet und mehr als 1.000 Bäume geschädigt. Hunderte von Anwohner*innen wurden evakuiert. Das Leck hat auch die Lebensgrundlage der Fischergemeinden entlang der Flüsse Liazma und Sogamoso zerstört. Anwohner*innen berichten von gesundheitlichen Problemen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen. Dem Unternehmen wird v.a. vorgeworfen, dass die Aufräumarbeiten ineffektiv waren und es bewusst Informationen bezüglich der Schwere der zu erwartenden Schäden zurückbehielt. Die CHBR vergibt eine Punktzahl von 0 Punkten in Bezug auf den Umgang von Ecopetrol mit den Vorwürfen gem. dem Indikator E(.)3. Ecopetrol hat keine Entschädigungszahlungen an die Betroffenen geleistet, noch in einer anderen Art Verantwortung übernommen. Auch wurden die Managementsysteme nicht angepasst um künftige Katastrophen dieser Art zu verhindern.

Menschenrechtsverletzung und Unterdrückung von Gewerkschaftsaktivitäten (Kolumbien): Die kolumbianische Gewerkschaftlerin Dibeth Quintana wurde 2019 entführt und gefoltert. Ihre Gewerkschaft USO, die größte kolumbianische Gewerkschaft für Angestellte in der Ölindustrie, macht die Polizei und staatliche Sicherheitsdienste verantwortlich, die mit Ecopetrol als staatseigenem Unternehmen ein Motiv hätten. Auch war die USO in den letzten Jahren des öfteren Ziel staatlicher Repressionen und Gewalt. Ecopetrol hat nicht öffentlich auf die Vorwürfe reagiert und erhält daher 0 Punkte von der CHBR gem. dem Indikator E(.)3, welcher den Umgang mit den Vorwürfen bewertet.

Quellen Global Oil and Gas Exit List (GOGEL) von urgewald (Stand: November 2021)
Climate Action 100+
IPCC Presseerklärung, 28. Februar 2022
Liste der Unternehmen der Corporate Human Rights Benchmark (Stand: April 2022)
Anzahl laufender Anleihen 14
Anzahl beinhaltender Fonds 73
Fonds, die Aktien oder Anleihen des Unternehmens halten
ISIN des Fonds Name Bemerkung Gesamthöhe kontroverser Unternehmensbeteiligungen Höhe der Beteiligung in Ecopetrol S.A.
AT0000A05HR3 ERSTE BOND EMERGING MARKETS CORPORATE R01 T
6.14%
1.9%
DE0005896864 Deka-Stiftungen Balance ESG-Fonds (lt. Lipper), Stiftungsfonds
5.74%
0.18%
DE0008474123 DWS Global Natural Resources Equity Typ O
60.97%
0%
DE0008479213 Multirent-INVEST
5.9%
0.6%
DE000A0J33B0 WI Sustainable Emerging Markets Bonds FNG-Siegelfonds, ESG-Fonds (lt. Lipper)
7.34%
1.38%
DE000A1C81M9 UniInstitutional Laufzeitfonds 2024
8.15%
1.04%
DE000A1J17V9 BayernInvest Emerging Markets Select Corp Bond IG FairFinanceGuide, ESG-Fonds (lt. Lipper)
9.55%
0.16%
DE000A2DMVJ0 UniInstitutional Global Corporate Bonds+ ESG-Fonds (lt. Lipper)
13.41%
0.28%
DE000A2N7V14 UniInstitutional Global Corporate Bonds L
19.21%
0.07%
DE000DK0LM41 Deka-Institutionell RentSpezial EM 9/2025
8.29%
1.06%